Dogdance – Wozu?

Was genau ist eigentlich Dogdance? Und warum mache ich das mit Leo? Was soll dieser „Zirkus-Quatsch“? Diese oder ähnliche Fragen bekomme ich immer wieder gestellt. Die Antwort könnte einfach lauten: Das ist ein Hundesport, und es macht Spaß! Aber so leicht komme ich hier nicht davon, deshalb versuche ich es jetzt etwas ausführlicher…

Dogdance ist ein Hundesport, der Elemente aus Obedience und Tricks mit Bewegungen des Menschen vereint und so einen „Tanz“ entstehen lässt. So werden z.B. Bei Fuß gehen, Pfötchen geben, Beinslalom, Verbeugen und sich im Kreis drehen kombiniert, um zu einem Musikstück eine Choreografie zu erarbeiten. Dabei sind der Fantasie des Menschen keine Grenzen gesetzt. Requisiten wie Reifen, Schirme oder Besen sind erlaubt, um einen thematischen Bezug zum Lied herzustellen oder eine Geschichte zu erzählen. An diesem Punkt kommt dann die „Zirkusnummer“ ins Spiel, denn viele denken, man macht die Hunde zu kleinen verkleideten Püppchen, die wie eine Marionette funktionieren sollen. Weit gefehlt! Das Ziel des Dogdances ist es, den Hund mit seinen Bewegungen, Stärken und Charaktereigenschaften zu präsentieren. Das bedeutet, dass man Bewegungen in den „Tanz“ einbaut, die der Hund gerne macht oder von sich aus zeigt. Zusätzlich lernt der Hund natürlich auch neue Tricks und Bewegungen – aber nicht jeder Hund eignet sich für jeden Trick gleich gut. Da Leo z.B. einen schönen, raumgreifenden Gang hat, baue ich in meine Choreografie gern eine Passage ein, wo er fröhlich bei Fuß geht. Und weil Leo ein lustiger, stets gut gelaunter und temperamentvoller Hund ist, wird auch das Musikstück darauf abgestimmt.
Bei der Auswahl der Tricks wird also auf den Charakter, aber auch auf die Größe und die Gesundheit des Hundes Rücksicht genommen. Genau deshalb ist Dogdance ein Hundesport, der wirklich für Hunde aller Größen, Rassen und Altersgruppen geeignet ist. Ein quirliger Jack Russell Terrier wird sicherlich andere Tricks zeigen als eine Deutsche Dogge oder ein temperamentvoller Border Collie. Das Geheimnis liegt also darin zu sehen, was zum eigenen Hund passt – und wozu der Mensch Lust hast. Die Kombination aus beidem lässt dann den eigentlichen „Tanz“ entstehen.
Auf diese Weise sind die besten Voraussetzung gegeben, dass Dogdance einfach Spaß macht! Der Mensch wählt Tricks, die dem Hund Spaß machen und bewegt und verkleidet sich selber so dazu, dass er sich auch wohl dabei fühlt. Das Zusammenarbeiten von Hund und Mensch festigt die Bindung zwischen beiden und stärkt das Vertrauen. Außerdem fördert Dogdance die Konzentrationsfähigkeit des Vierbeiners und ist eine geistige Beschäftigung, die für Auslastung sorgt.
Das Schöne am Dogdance ist, dass jeder selbst für sich entscheiden kann, wie weit er mit diesem Hobby gehen möchte. Vom Erlernen einzelner Tricks und dem Aneinanderreihen zur Musik bis hin zu ganzen Choreografien oder der Teilnahme an Turnieren ist alles möglich. Sogar bei den Turnieren gibt es nach den Regeln des Dogdance International e.V. die Abstufung zwischen Fun-Klassen und offiziellen Bewertungen bis hin zur Weltmeisterschaft. Dank des Vereins gibt es klare Regeln für seriöse Dogdancer. So wird z.B. ganz bewusst Rücksicht auf die Gesundheit der Hunde genommen, und Hunde unter dem 15. Lebensmonat dürfen keine Hinterhand-Tricks wie auf zwei Beinen Laufen oder Sprünge zeigen. Außerdem ist es verboten, den Hund zu verkleiden – nur ein Halsband bzw. dünnes Halstuch sind erlaubt. Ausdrückliches Ziel einer Dogdance Vorführung ist es, die Fähigkeiten und Talente eines Teams bestmöglich und auf eine positive Art zu präsentieren. Dabei soll der Hund immer im Vordergrund stehen.
Das Reglement des Dogdance International e.V. macht den Dogdance zu einem verantwortungsvollen Hundesport. Dass es die Regelungen überhaupt gibt zeigt aber auch, dass es weniger seriöse Hundehalter gibt, die ihre Hunde zu dressierten Marionetten machen und die Show an sich in den Vordergrund stellen. Hier kann ich nur wieder dazu appellieren, den Hund als Partner zu sehen, dessen Qualitäten hervorzuheben es gilt.
IMG_0389
Fazit: Dogdance ist ein gemeinsames Hobby für Mensch und Hund, das Spaß macht, geistig fit hält und die Stärken des Teams zeigt.

Ein Gedanke zu „Dogdance – Wozu?

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

* Die DSGVO-Checkbox ist ein Pflichtfeld

*

Ich stimme zu

*